Gedcom-Einführung

Gedcom wurde vom Family History Department der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage entwickelt, um ein flexibles, einheitliches Format zum Austausch elektronisch erfasster genealogischer Daten zur Verfügung zu stellen. Gedcom ist ein Akronym für GEnealogical Data COMmunication (genealogische Datenkommunikation).

Eine Gedcom-Datei enthält hierarchisch strukturierte aufeinander verweisende Datensätze (u.a. Individuen, Familien, Quellen, Dokumente). Gedcom ist als Textformat ausgestaltet, wobei jeder Datensatz durch eine die Hierarchiestufe bezeichnete Zahl und ein Schlüsselwort (Tag) eingeleitet wird.

Beispiel:

0 INDI
1 BIRT
2 DATE 12 MAY 1920
1 DEAT
2 DATE 1960
Omega schreibt und liest Gedcom-Dateien gemäß dem Gedcom-Standard in der Version 5.5.

Die hohe Flexibilität des Gedcom-Standards erzeugt eine ebensohohe Komplexität. Dadurch müssen sehr aufwendige Regelsätze implementiert werden, um Gedcom-Dateien verarbeiten zu können. Ein Problem ergibt sich dadurch, daß das Gedcom schreibende Programm, die Gedcom-Spezifikation und das Gedcom lesende Programm im allgemeinen genealogische Daten sehr unterschiedlich abbilden. Daher ist es oft bereits nicht einmal möglich, Gedcom-Dateien, die ein Programm geschrieben hat, reversibel wieder in dasselbe Programm zu importieren. Eine weitere Schwierigkeit rührt daher, daß viele Programme den Gedcom-Standard nicht korrekt implementieren oder um eigene Zusätze erweitern, was einen korrekten Import verhindert, wenn nicht abhängig vom Quellsystem im lesenden System spezifische Sonderbehandlungen eingebaut sind.

Als Defizite des 5.5er Standards, die eine Implementierung der Gedcom- Verarbeitung in Omega erheblich erschwert haben, können folgende Tatsachen angesehen werden:

Beim Export werden gewisse Zusatzinformationen zur Qualität von Verwandschaftsbeziehungen sowie andere Omega-Spezifika nicht exportiert, weil sie in Gedcom nicht abbildbar sind. Der Import verarbeitet die gängigen Tags. Exotische Tags oder Multimediaobjekte werden überlesen.